Amsel blackbird

Typisch! - Typical!

In Switzerland

Kalb Kuh calf cow

Was ist typisch für die Schweiz? Schokolade und Käse? Kühe und Berge? Genauso wie Schafe und Neuseeland in einem einzigen Atemzug genannt werden?

 

Die Schafe hat man übrigens fast alle in Neuseeland ganz in den Süden der Südinsel verbannt, ins Southland, und in die trockenen Regionen und steilen Hanglagen. Seit der Wollpreis zusammengefallen ist und kaum ein Schaffarmer seine Familie mehr ernähren kann noch. 1982 gab es über 70 Mio Schafe in Neuseeland, 2014 waren es weniger als 30 Mio. Jetzt sind weidende Kühe die Norm (2012: bereits über 10 Mio Kühe und Rinder - hingegen nur 1.5 Mio in der Schweiz).

 

Jenseits von Schokolade und Käse, von Kühen und Sackmessern stellen wir hier vor, wann SchweizerInnen - manchmal mit einem Seufzer - "Typisch!" ausrufen.

What is typical for Switzerland? Chocolate and cheese? Cows and mountains? Therefore you might as well call New Zealand and sheep in one sentence.

 

But the sheep numbers in New Zealand are in serious decline. If you go looking for them you'll find they are mostly "banned" to the south of the south Island, Southland, and to the dry and steep regions since the wool price broke in and sheep farmers are hardly able to provide for their families. In 1982 there were 70 million sheep in New Zealand, in 2014 is was down to less than 30 million. But in 2012 there were already 10 million dairy cattle and beef cattle - however in Switzerland there are only 1.5 million.

 

Beyond chocolate and cheese, cows and pocket knives we intruduce you to what Swiss people - sometimes with a sigh - call out loud "Typical!".



Hochnebel und Nebelmeer - High fog and sea of fog

Panorama Nebelmeer sea of fog Berner Oberland Eiger Mönch Jungfrau

Dieser Wetter Typ ist gleichermassen gefürchtet wie erwünscht. Er tritt üblicherweise im Herbst und Winter auf und entsteht durch eine Temperatur-Inversion. Das Ergebnis: Hochnebel über den Niederungen. Das bedeutet, dass die ganze Welt grau in grau wirkt, sogar die Gedanken scheinen aus grauem Beton zu sein, die feuchte Kälte kriecht unter jede noch so dicke Kleidung, und die Bise, die direkt aus Sibirien zu kommen scheint, macht alles noch eine Stufe schlimmer, ausserdem ist es den ganzen Tag über so düster, dass man im Haus das Licht einschalten muss.

 

Aber über den Wolken, über der dicken Hochnebeldecke, ist die Welt einfach nur schön! Der Himmel ist tiefblau, die Luft so mild, dass man liebsten gleich in diesem weissen Meer aus Wolken schwimmen gehen möchte, und die trockene Luft verspricht eine unvergleichlich klare Fernsicht. Das ist das Meer in der Schweiz - das Nebelmeer.

This weather type is feared and desired likewise, it occours usually in autumn and winter and is the outcome of a temperature inversion. And that results in: high for the lowlands - meaning everything becomes grey like concret, even your thoughts, it is damp and cold, the wind usually comes from the east or northeast - Sibiria - and is freezing and mostly it is so murky all day that you need to switch the light on in the house.

 

But in the montains, above the fog layer the world is the most beautiful you can imagine! They skies are blue, the air is so mild you wanna go for a swim or out in the boat fishing in this white sea of built of clouds. This is the sea in Switzerland, the Sea of Fog, and the air so dry that it provides great, clear  views.


Panorama Sonnenaufgang sunrise Nebelmeer sea of fog Berner Oberland Eiger Mönch Jungfrau

ins Nebelmeer hinabtauchen - diving into the sea of fog:


Fasnachts-chüechli

Fasnachtschüechli

Fasnachts-Chüechli, ein typisches Gebäck in der Schweiz, sind nur erhältlich nach Weihnachten bis zu Beginn der Fastenzeit. Es ist ein delikates, hauchdünnes Gebäck, das ein wenig das lange Warten auf den Frühling versüsst. Am einfachsten kauft man es im Supermarkt oder in der Bäckerei - und jongliert es vorsichtig nach Hause, damit es nicht zerbricht. Wer die im zarten, Öl ausgebackene Dessert nicht im Laden erhält, kann es auch selbst herstellen.

 

Hier ist ein Rezept dazu:

 

Zutaten für 10 - 12 Stück

ca. 300 g Mehl:

3 Eier

2 dl Rahm oder 60 g gerührte Butter

1/2 Tl feiner Zucker

1/2 Tl Löffel feines Salz

Puderzucker

Öl zum Ausbacken

 

Zubereitung:

Die Eier verklopfen, dann Zucker, Salz, Rahm/Butter hineingeben, zuletzt das Mehl zugeben. Den Teig solange kneten bis er ganz fein ist, etwas ruhen lassen. Wallnusgrosse Stücke auswallen und dann in einem Küchentuch hauchdünn übers Knie ziehen, ohne den Teig zu zerreissen. Die Küchlein ins heisse Öl geben und kurz in der Mitte mit einer Kelle etwas drehen, damit sie leicht wellenförmig werden, immer wieder sachte untertauchen. Wenn sie goldgelb sind vorsichtig herausheben und mit Puderzucker bestäuben.

Fasnachts-Chüechli are a typical sweet pastry in Switzerland but only availabe after Christmas till the beginning of the fast period. They are razor-thin and so beautiful, they sweeten up your long wait for spring. The easiest way is to buy them in the supermarket or in a bakery - but be careful while carry them home as they are very brittle. But if you can't get them there you can always make your own.

 

Here's a recipe:

 

Ingredients for 10 - 12 pieces:

ca. 300 g flour

3 eggs

2 dl cream or 60 g stirred butter

1/2 teasp. fine sugar

1/7 teasp. fine salt

icing sugar

oil for baking

 

Preparation:

Beat the the eggs well, add sugar, salt, cream/butter and mix. add the flour. Work the dough till is it very smooth. Leave it a while. Cut pieces of the size of a walnut and roll them out and stretch them in a kitchen towel over your knee till they are razor-thin but don't break. Put them one after one into the cooking oil and trun each a little at once in the middle so they become crinkly and submerge them again and again gently till they are golden. Pick them carefully up and dust with icing sugar.


Fasnachtschüechli in Schachtel in box

Winter im Frühling - Winter in Spring

Schnee im Frühling snow in spring

Alle Jahre wieder - kehrt nicht nur Weihnachten, sondern tun es leider auch die Eisheiligen im Mai und die Schafskälte im Juni. Davon können Mitteleuropäer ein Lied singen (seufz).

 

Die Kaltluft- und Wintereinbrüche im Europäischen Frühling werden in der Meteorologie als Singularität bezeichnet. Sie treten zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auf und haben eine deutliche Abweichung vom mittleren Verlauf der Wetterelemente wie Temperatur und Niederschlag.

 

Aber warum gibt es gerade im Frühling, wenn die langersehnte Wärme sich endlich durchzusetzen scheint, diese unerwünschten Rückfälle in den Winter? Der Grund liegt an der ungleich raschen Erwärmung von Landmasse und Meer. Während die Landmasse sich rascher erwärmt als der Atlantische Ozean, entsteht ein Ungleichgewicht, das dann Wetterturbulenzen zur Folge hat.

 

Die Landmasse Neuseelands gegenüber des umgebenden Meeres nimmt recht winzig aus, aber der Anteil der Landmasse Europa-Asien ist riesig und deshalb das entstehende Ungleichgewicht auch grösser.

 

Die Kaltlufteinbrüche im Europäischen Frühling haben oft auch verheerende Folgen für die Landwirtschaft, die dann mit Frost, Schnee, Eis, Hagel und intensiven Niederschlägen mit Überschwemmungen zu kämpfen hat.

Every year again - not only Christmas does happen but unfortunatenly also the so called "Eisheiligen" (= Ice Holies, sudden cold days in spring, in May) and "Schafskälte" (= Sheep Coldness, in early Summer, in June) happen in Europe - and cause people to do a big sigh.

 

The cold air and winter irruption in the European spring are called singularity in meteorogolgy terms. They occur in certain periods throughout the year with high probability and bring a considerably derivation from the avarage course of the weather elements like temperature and rainfall.

 

But why do these unwanted fall-backs to winter usually occur in spring when finally warm weather seems to set in? The reason is the uneven warm up of the landmass in comparison to the sea. While the landmass warms up faster, the Atlantic will fall behind and takes a lot longer to warm up, too. This causes an imbalance that is responsible for the hiccups of the weather.

 

The landmass of New Zealand is tiny in comparison to the sea that surrounds it but the landmass of Europe-Asia is huge. Therefore a bigger imbalace will devellop.

 

The cold air irruptions during the European spring are often a strain with devasting results for the agriculture that has to deal then with frost, snow, ice, hail and intense rainfall that can easily lead to floodings.



Das Emd kommt nach dem Heu

The EMD (Aftermath) follows the Hay

Heuen hat in der Schweiz eine lange Tradition. Vor allem auch das Heuen auf sehr steilen Wiesen und das Wildheuen (das Heuen auf hochgelegenen Steilwiesen, wo das Vieh nicht hinkommt) ist auch heute noch für Bergbauern wichtig. Das geschnittene Gras wird liegengelassen zum Trocknen und dann eingefahren und als Wintervorrat für das Vieh in einem Gaden ("Gadam/Gadum" ist das Altheuchdeutsche Wort für "Scheune") gelagert. Der erste Schnitt wird Heu genannt, der zweite Schnitt Emd, er ist eiweissreicher.

 

Im Gegensatz dazu kann das Gras auch gleich nach dem Schnitt ohne getrocknet zu werden als Silage in Rundballen gelagert werden und schmeckt - wegen der Milchsäuregärung - schliesslich in etwa wie Sauerkraut.

 

Die kleinen Landwirtschaftsfahrzeuge mit niedrigem Schwerpunkt scheinen auch sehr steile Hänge bewältigen zu können, ohne umzupurzeln. Ansonsten ist eben immer noch Handarbeit gefragt.

In Switzerland making hay has a long tradition. Especially to hay on very steep meadows and to hay in the mountains where the cattle can't reach the grass is still important for the mountain farmers today. The cut grass will be laid out to let dry, afterwards it gets brought in and stored as winter stock for the cattle in a barn. The first cut of the grass is called Heu (= hay), the second cut of the grass is called Emd (= aftermath) and is richer in protein.

 

 

On the opposite the grass can also made into silage right after the cut without being dried and so it will be stored as round bales. In there the grass gets fermented by lactid acid bacteria and therefore tastes in the end a bit like sauerkraut.

 

 

The small agriculture vehicules with their low balance point seem to master also very steep slopes without tipping over. Apart from that there is still a need for hand work.